Es begann in Fernost

Es ist abends, 19 Uhr in Peking. In einer schmalen Seitenstraße tummeln sich die Menschen, die Lichter scheinen gemütlich durch die Lampions. In der Luft liegt der Geruch von angebratenem Knoblauch, Sojasauce und scharfem Ingwer. Geht man hinüber zu einer der zahlreichen Garküchen entdeckt man eine besondere Delikatesse: angebratene Heuschrecken in einer süßen Knoblauchmarinade.

„Warum essen wir in Deutschland eigentlich keine Insekten? Wir essen ja auch Garnelen.“

Während seines Studiums in Bochum wohnte Felix zusammen mit Freunden in einer Studenten-WG. Einer der Mitbewohner war ein Austauschstudent aus China, der für ein halbes Jahr zu Gast in Deutschland war. Nach den Vorlesungen haben sie am liebsten gemeinsam gekocht und es sich anschließend in der Küche gemütlich gemacht. Sie erzählten sich von den verschiedenen Esskulturen und den Besonderheiten der heimischen Küchen. Eines Abends ging es um das Thema Insekten. Schnell kam die Frage auf, warum wir eigentlich in Deutschland keine Insekten essen? Wir essen ja auch Garnelen, die sehen doch kaum anders aus. In China ist der Verzehr von Insekten hingegen ganz normal. Sie sind nämlich nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch besonders nachhaltig. Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen sie als gesunde und nachhaltige Proteinquelle der Zukunft empfohlen. Leider ist das Angebot an Insekten in Deutschland noch nicht so breit gefächert wie in Asien oder Südamerika, aber das kann sich ja noch ändern, dachte sich Felix. Fasziniert von der Idee, aber beschäftigt mit dem Studium, stellte er das Thema erst einmal hinten an.

„Ein Hund isst dreimal soviel Fleisch wie ein Mensch“

Einige Wochen später, bei einem Mittagessen in der Mensa, las Felix in einem Zeitungsbericht, dass Hunde dreimal so viel Fleisch essen wie Menschen. Dreimal so viel?! Kaum ausgesprochen, kam die zündende Idee. Was wäre, wenn wir Hunde mit Insekten füttern könnten? Fasziniert von dem Gedanken öffnete er eine Excel-Tabelle und berechnete, wie viel Fleisch man pro Hund einsparen könnte. Unmengen! Inspiriert erinnerte er sich zurück an den Familienhund, der immer gerne nach Fliegen schnappte und stets glücklich und zufrieden schaute, falls er mal eine zu fangen bekam. Jetzt wird Hundefutter gesund und nachhaltig! Felix war so begeistert, dass er sich sofort an die Arbeit machte. Es wurde Kontakt zu Lebensmittelexperten, Tierärzten und Hochschulen aufgenommen. Je mehr er recherchierte, desto überzeugter wurde er. Futterzeit macht nicht nur Hunde, sondern auch die Umwelt glücklich!

Felix